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Tierheim - Aktuelles und Berichte
Esperanza

Esperanza

16.03.20016:

Wir haben sehr traurige Nachrichten, Esperanza um die wir so lange gekämpft haben ist über die Regenbogenbrücke gegangen…  Wir sind alle schockiert, besonders unsere Mitarbeiter und Helfer vor Ort im Tierheim sind unsagbar traurig.

Die kleine, tapfere Hündin ist plötzlich an einer Meningoencephalitis verstorben. Auf die Frage warum nun ausgerechnet diese liebe Hündin, die schon so viel durchgemacht hatte, nun auch noch an einer seltenen Hirnhautentzündung erkranken musste, werden wir wohl keine Antwort bekommen… Bei ihr wurden schon durch ihre Lähmungen und der Wirbelsäulen-OP so viele Untersuchungen gemacht. Eine Virusinfektion und andere in Frage kommenden Ursachen können ausgeschlossen werden. Esperanza sollte eigentlich am Dienstag, in der darauf folgenden Woche noch mal zum CT gebracht werden, um zu sehen, ob eine weitere OP an der Wirbelsäule notwendig wäre und ob sich etwas verändert hat. Sie hatte einen Termin in der Klinik. Bis Freitag war sie wie immer und wuselte durch die Finca. Und dann ging alles ganz schnell. Samstag morgens konnte sie plötzlich keinen Urin mehr absetzen, ihr Bauch war geschwollen, sie verhielt und bewegte sich sehr merkwürdig. Else hatte sofort ein ganz ungutes Gefühl, rief sofort unseren Tierarzt an und brachte Esperanza zu ihm. In der Praxis angekommen, ist Espi dann noch im Flur innerhalb von Minuten komplett kollabiert. Alles war plötzlich außer Kontrolle Herz, Atmung, Niere und sie konnte sich nicht mehr bewegen. Unser Tierarzt kennt Esperanza genauso lange wie wir und wollte nichts unversucht lassen. Er versuchte bis spät in die Nacht zum Sonntag Espi zu retten und blieb die ganze Zeit bei ihr. Alle Mühen halfen nichts, die Entzündung hatte das zentrale Nervensystem so stark angegriffen, dass ihre Organe versagten und es schließlich zu einem Herzstillstand kam.

Was uns etwas tröstet ist, dass dieses kleine Häufchen Elend was wir damals aufgenommen und gepäppelt haben, diese anfangs so traurigen Augen verloren hatte und bei uns bis zuletzt ein fröhlicher Hund war. Sie hat sich bei uns in der Finca im Tierheim wohlgefühlt und wir haben eine kurze Zeit ihres Hundelebens mit ihr verbringen  dürfen…


 

Hier ihre Geschichte...:


Esperanza (spanisch: ''Hoffnung'') kam Anfang August zu uns ins Tierheim. 

Bei manchen Tieren fragen wir uns, wie sie die ganze Zeit mit ihrer Verletzung überlebt haben, so wie die kleine Mischlingshündin Esperanza.

Eines Morgens kam unser Mitarbeiter José völlig hektisch zur Arbeit und erzählte Else und Theresa, dass er eine Hündin an der Straße gefunden und diese mitgebracht hätte. Die kleine, weiße Esperanza war hinten gelähmt und konnte ihre Hinterbeine nicht mehr bewegen. Sie zog sie einfach nach. Ihr ganzer hinterer Körper war stark verschmutzt und sie roch sehr streng. Sie muss wohl eine ganze Weile so rumgelaufen sein. Ihre Scheide und ein Teil des Hinterns waren entzündet und angeschwollen. Erst einmal gaben wir ihr zu fressen und zu trinken. Das nahm sie sofort dankbar an. Sie war von Anfang an eine sehr freundliche Hündin und schien keine großen Schmerzen zu haben.

Wie brachten sie gleich in die Klinik und beim Röntgen stellte Fernando fest, dass etwas mit der Wirbelsäule nicht in Ordnung war, wohl eine ältere Verletzung. Esperanza musste wahrscheinlich schon eine ganze Weile mit der Lähmung draußen unterwegs gewesen sein. Da sie so lebenslustig ist und ihr die Behinderung selbst nichts auszumachen schien, brachten wir sie erstmal in einem Zimmer in der Finca unter. Sie wurde gebadet und endlich von dem ganzen Schmutz befreit. Danach fühlte sie sich sichtlich wohler.

Ein Tierorthopäde, der auf Gran Canaria arbeitet, traf Esperanza einige Tage später bei Fernando in der Tierklinik und passte ihr gleich einen ersten Hunderollstuhl an, für den Fall, dass ihre Behinderung von Dauer sein sollte. Ein netter Tierfreund aus Deutschland, der unser Tierheim zu der Zeit besuchte, lernte Esperanza kennen und bot gleich an, einen Teil der Kosten für den Hunderollstuhl zu übernehmen. Die Kleine ist bei ihrem ersten Versuch mit dem Hunde-Rolli schon ziemlich flink in der Tierklinik unterwegs gewesen und hat sich wahnsinnig gefreut. Der erste Hunde-Rolli war noch etwas zu klein und musste angepasst werden. Also hieß es erstmal noch abwarten. Es standen auch noch weitere Untersuchungen an. Um der Ursache von Esperanzas Beschwerden genauer auf den Grund zu kommen, vereinbarten wir einen Termin in einer Tierklinik in Taco, in der CT-Aufnahmen ihrer Wirbelsäule gemacht werden konnten. Bis zum Untersuchungstermin lebte sich Esperanza auf der Finca ein und hatte dort sehr viel Spaß mit Thea, Jacky und den Katzen. Eines Morgens sah Else auf einmal, wie Esperanza hinten aufrecht an ihrem Futternapf stand. Else konnte es erst kaum glauben. Von diesem Moment an belastete Esperanza ihre Hinterbeine immer öfter von alleine und konnte so gut die Balance halten, dass sie manchmal aufrecht stehen konnte. Sie schaffte es jetzt auch alleine raus über die kleine Treppe in den Katzengarten und immer öfter sogar ein paar Meter wackelig auf ihren vier Beinen zurückzulegen.

In der Tierklinik stellten die Tierärzte anhand der Aufnahmen fest, dass Esperanza einen schweren Bandscheibenvorfall gehabt haben muss. Da die Verletzung schon länger zurückliegen musste, konnte man nicht sagen, ob die Bandscheibe durch einen Unfall oder Ähnliches beschädigt wurde. Vielleicht wurde sie auch einfach verletzt ausgesetzt, weil die ihre Besitzer nicht das Geld für die Behandlung und die Tierarztkosten hatten.

Auf den CT-Bildern war zu sehen, dass sich kleine Teile der Bandscheibe gelöst hatten und nun starken Druck auf den Rückenmarkkanal ausübten. Die Tierärzte in der Klinik rieten zur sofortigen OP und Esperanza blieb gleich über Nacht da.

UPDATE 09/15:

 

Die Kleine hat die OP gut überstanden und erholt sich jetzt bei uns auf der Finca. Wir und die Ärzte hoffen, dass ihr die OP hilft, vielleicht wieder eigenständig zu laufen. Genau kann man das bei der Schwere des Bandscheibenvorfalls noch nicht sagen. Die Prognose ist gut und sie muss  sich jetzt erstmal erholen. Wir drücken die Daumen, dass sich für Esperanza alles zum Guten entwickelt. Sie bekommt von Else abends Massagen an den Hinterbeinen, was sie total entspannt und genießt. Durch langsames Üben soll wieder versucht werden, sie ans Laufen zu gewöhnen. Den Hunderollstuhl soll sie daher erst einmal nicht bekommen, wir behalten die Option aber im Hinterkopf, sollten sich ihr Zustand verschlimmern und die Lähmungserscheinungen wieder öfter auftreten. Sie soll jetzt wieder versuchen ihre Hinterbeine zu belasten und so wieder Muskulatur aufbauen.

Ende September hat sie wieder richtig angefangen ihre Hinterbeine zu benutzen und wuselt jetzt wieder in der Finca umher. Sie ist manchmal noch etwas wackelig auf den Hinterbeinchen, aber wir sind begeistert wie toll sie sich entwickelt hat.

Wir hoffen das Beste für die kleine, tapfere, immer gut gelaunte Hundedame.

UPDATE 10/15: Esperanza hat seit der OP tolle Fortschritte gemacht. Unser Tierarzt und die Tierklinik hatten uns empfohlen mit Esperanza schwimmen zu gehen, um die Muskulatur weiter aufzubauen. Von jetzt an hat sie also feste Schwimm-Termine und unsere Mitarbeiter nehmen sie immer mit runter zum nahe gelegenen Hunde-Strand . Die ersten Schwimmversuche waren noch zaghaft, aber mittlerweile hat sie richtig Spaß dabei und schwimmt richtig gut (siehe YouTube-Video vom 11.10.15).

UPDATE 12/15:Esperanza hat jetzt wieder eine Kurzhaar-Frisur und hat sich weiter prima entwickelt. Zurzeit sitzt sie mit Hero zusammen und die beiden verstehen sich super. Ob das Inkontinenz- Problem noch weiter bleiben wird, muss ein weiteres CT klären. Esperanza wird weiter zum Meer Gassi Gehen und Schwimmen und läuft schon viel besser. Es wurde jetzt auch öfters schwanzwedelnd beobachtet, was sie anfangs gar nicht machen konnte. Wir sind weiter optimistisch und hoffen, dass die kleine, tapfere Hündin bald eine Pflegestelle oder Zuhause bei tierlieben Menschen findet, wenn ihre Behandlungen und Untersuchungen abgeschlossen sind…

UPDATE 01/16: Esperanza hatte im Dezember noch mal einen Termin in der Klinik und es wurden noch mal CT-Aufnahmen gemacht, um zu sehen, ob das Problem mit den Lähmungserscheinungen und der Inkontinenz von Dauer ist. Die Aufnahmen wurden auch zur Auswertung an einen britischen Spezialisten übersendet. Die Tierärzte kommen zu dem Schluss, dass alle Defizite, die sie jetzt noch hat, wahrscheinlich irreversibel, also von Dauer sind. Da die Verletzung schon zu lange zurückliegt, wurde von einer weiteren OP abgeraten, weil das wahrscheinlich keine Besserung mehr für sie bringen würde…
Für Esperanza suchen wir daher ein ganz besonderes Zuhause, bei Menschen, die sie trotz Inkontinenz und vielleicht weiteren Tierarztbesuchen bei sich aufnehmen. Bis dahin bleibt sie bei uns in der Finca und wuselt uns zwischen den Beinen rum… Da Esperanza wahrscheinlich noch länger bei uns bleibt, kann für sie eine Patenschaft übernommen werden...

UPDATE 03/16: Unser wuseliges Sorgenkind Esperanza muss vielleicht nochmal operiert werden. Sie läuft leider wieder schlechter und schleift seit kurzem immer öfter die Beine hinterher. Bei einem Kontroll-CT war erneut ein kleiner Knochensplitter im Wirbel zu sehen, der scheinbar auf die Nerven drückt. Die Klinik in Taco hatte das letzte CT an einen Spezialisten in England geschickt, der uns mitteilte, dass sie bei einer Verschlechterung noch einmal operiert werden sollte. Wir haben uns jetzt entschieden, dieses CT an unsere Klinik in Deutschland weiterzuleiten, um eine zusätzliche Meinung einzuholen. Zu hoffen bleibt, dass wir der kleinen Esperanza eine nochmalige komplizierte Wirbelsäulen-OP ersparen können. Wir warten die Meinung der deutschen Klinik ab und müssen dann den nächsten Schritt abwägen. Sehr gerne würden wir natürlich auch Esperanza nach Deutschland holen, um sie hier untersuchen und behandeln zu lassen. Bisher haben wir leider noch keine passende Pflegestelle für sie gefunden.

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