Lula
Lula

Lula

Lula ist seit Juli 2016 bei uns im Tierheim

geb.: 06/2012 | weiblich (kastriert) | Mix

Die traurige Geschichte von Hündin Lula ging uns unter die Haut. Ende Juli 2016 kamen Spanier zu uns ins Tierheim und wollten die angeblich sehbehinderte Hündin bei uns abgeben.

Sie mussten umziehen und konnten oder wollten sie in die neue Wohnung nicht mitnehmen. Sie hatten Lula erst vor einem halben Jahr von einem Bekannten übernommen und baten uns nun, sie aufzunehmen. Wir vereinbarten, dass sie mit der Hündin am nächsten Tag wiederkommen sollten. Wir wollten versuchen, sie mit einem unserer netten Rüden zusammenzusetzen, da wir durch die vielen Neuzugänge keinen Einzelplatz frei hatten. Sie kamen dann am nächsten Tag mit Lula und wir mussten voller Schrecken feststellen, dass die arme Hündin nicht sehbehindert, sondern komplett erblindet war. 


Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, stellte sich dann noch heraus, dass sie nie Kontakt zu anderen Hunden oder anderen Menschen außer zu den beiden Spaniern gehabt hatte. Als wir versuchten, vorsichtig mit ihr Kontakt über den Geruch der Hand aufzunehmen, riss die Besitzerin sie sofort barsch zurück und Lula knurrte und schnappte aus Unsicherheit gleich in Richtung Hand.Mittlerweile schmusen die beiden und Lula fühlt sich jetzt ein wenig sicherer und wohler bei uns im Tierheim.
 
Fotos unten: Lula vor ihrer OP, kurz nach Ankunft bei uns

     

Lula fällt es aber nach wie vor schwer sich auf neue Menschen einzulassen, obwohl sie aber mittlerweile schon gute Fortschritte gemacht hat.  Sie braucht nach wie vor sehr viel Einfühlungsvermögen und Geduld, gerade in ungewohnten Situationen. Zu unserer Mitarbeiterin Virginia hat sie jetzt endlich richtig Vertrauen entwickelt und hat sie als ihre Bezugsperson auserkoren. Sie lässt sich von ihr anfassen und nimmt von sich aus Kontakt auf.

Wenn man ihre Vorgeschichte betrachtet, hat Lula schon riesige Fortschritte gemacht. Es wird jedoch noch lange dauern, bis wir daran denken können, sie nach Deutschland auszufliegen. Im Moment würde Lula die lange Reise überfordern, deshalb wird sie wohl noch längere Zeit bei uns bleiben. Wir hoffen, dass sie vielleicht noch irgendwann einen schönen Platz bei geduldigen Menschen findet, die sie trotz ihrer Blindheit übernehmen möchten.  

Sie hatte es wirklich nicht leicht, sich an ihre Umgebung und neue Menschen zu gewöhnen, auch das macht eine Vermittlung leider nicht einfacher. Vor lauter Angst und Unsicherheit schnappt sie anfangs oft um sich und es dauert sehr lange, bis sie endlich Vertrauen aufbaut und ihre Angst ablegt. Dann entwickelt sie sich zu einem sehr anhänglichen und schmusebedürftigen Hund. Lula fühlt sich mittlerweile im Tierheim ganz wohl und hat sich an die vielen Geräusche und den Alltag im Tierheim gewöhnt. Sie drückt aber fest die Pfoten, dass sie noch mal ein anderes Zuhause kennen lernen darf und sucht bis dahin Tierfreunde, die sie mit einer Patenschaft unterstützen.
 
Fotos unten: Lula nach ihrer OP

     

Anfang Februar 2017 wurde Lula noch mal wegen ihrer Augen beim Tierarzt vorgestellt, weil sie anfing sich manchmal mit der Pfote an den Augen zu reiben. Es wurde noch mal bestätigt, dass sie völlig erblindet ist. Sie hatte zudem zunehmend Probleme mit ihrem Augendruck und dadurch wohl auch Schmerzen. Da sie wohl sowieso seit Jahren blind ist und keine Verbesserung des Zustands mehr absehbar war, war eine Augen-OP mit Entfernung beider Augen die einzige Lösung, um ihr dauerhaft Schmerzen zu ersparen.

Die tapfere Hündin befand sich danach schnell auf dem Weg der Besserung und alles ist ohne Komplikationen gut verheilt. Aber Veränderungen und neue Situationen sind für Lula immer sehr schlimm. Sie musste nach der OP eine Weile einen Trichter tragen, was sie erstmal wieder sehr verunsichert hat. Mittlerweile ist sie aber wieder guter Dinge und es geht ihr jetzt merklich besser.

Trotz ihrer Blindheit kommt Lula sehr gut zurecht. Sie ist interessiert und aufmerksam und freut sich immer tierisch, wenn es Zeit für die Gassi-Runde vor dem Tierheim ist. Auch im  Tierheim fühlt sie sich mittlerweile wohl und hat sich an die vielen Geräusche und den Alltag gewöhnt.Sie drückt aber weiter fest die Pfoten, dass sie vielleicht noch mal ein anderes Zuhause kennen lernen darf. Ob wir Lula irgendwann mal in einer Transportbox nach Deutschland ausfliegen können und ob sie den Transport-Stress gut überstehen würde, steht jedoch in den Sternen. Im Moment ist daran jedenfalls noch nicht zu denken, deshalb wird  sie wohl länger bei uns im Tierheim leben.

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